Schnee. Sonne. Piste. – Die Ausfahrt 2020

  • von Melina Rieger

    4 Erkenntnisse aus 4 Tagen Schwarzwald – Semesterausfahrt 2019/20
Der Feldberg und Umgebung: Wandern bei Sonne macht Laune und Freude!

Wohin fährt man in den Urlaub, wenn Nachhaltigkeit groß geschrieben wird und man eigentlich auf seinen ökologischen Fußabdruck achten möchte? Fährt man überhaupt großartig weg? Oder bleibt man doch daheim?

Der Schwarzwald war für uns eine großartige Alternative zu anderen Reisezielen, die nur mit weit aus größerem CO2 Aufkommen zu erreichen sind. Aber was macht man dann überhaupt dort? – Richtig, den Winter genießen bevor es keinen mehr gibt, Glühwein trinken, den Feldberg erklimmen und mit Ski, Snowboard und Schlitten die verschneiten Hänge herunterdüsen. Aber was hat diese Ausfahrt eigentlich ausgemacht? 

Zum Einen die Tatsache, dass sich die schon gleich zu Beginn der Ausfahrt geäußerte Vermutung „Wetten, es verletzt sich noch jemand?“ tatsächlich am letzten Tag in Realität verwandelte, als Robin an das Fenster unserer Holzhütte klopfte und uns mit eingegipster Hand zuwinkte. Oh Wunder, bei einer so chaotischen Truppe, die es nicht schafft, einen kleinen Hügel mit Schlitten herunter zu fahren, ohne zu fallen oder von einer Wanderung mit blauen Flecken zurück kommt, weil der Weg bergab doch um einiges rutschiger war als bergauf. Und dennoch, es war eine unglaublich witzige Woche am Rande der Zivilisation, auf den Ausläufern des Feldbergs, fernab von WLAN, mobilen Daten oder allgemein Handy-Empfang. 

Auch einen weiteren Fakt, neben den neu entdeckten hellseherischen Fähigkeiten, konnten wir unter uns ausmachen: Menschen denken unterschiedlich. Oder zumindest manche von uns. In unseren unzähligen Runden „Stadt Land Vollidiot“ und „Stille Post Extrem“ (ein wirklich unterhaltsames Spiel für Groß und Klein!), bei denen es jeweils unter anderem um das Zeichnen von Begriffen und deren Erraten geht, war es immer wieder eine Freude, Sinas Interpretationen und Zeichnungen anzusehen – kein anderer hat so viel Phantasie bewiesen, „Gestalter“ oder ähnliches zu verbildlichen, steht’s unterstrichen mit wilden Gesten und einem lauten „aber Brudiiii, siehst du das nicht?!“. 

Was lernt man noch auf einer Ausfahrt, bei der man in einer Selbstversorger-Hütte lebt? Richtig, man darf nicht davon ausgehen, dass es Gewürze oder ausreichend große Töpfe und Pfannen gibt und für 10 Menschen einzukaufen ist nicht einfach, genauso wenig wie es einfach ist, für 10 Menschen zu kochen. Vor allem nicht, wenn die verdrückten Mengen an Essen unglaublich variieren – „Simon isst doch eh schon für 10!“. 

Nicht vergessen werden darf, dass auch wenn man ja sowieso schon zusammen lebt und viel Zeit miteinander verbringt, ein solcher Urlaub nochmal ganz anders auf eine Gruppe einwirken kann. Bei uns hat es dazu geführt, dass wir vermutlich noch verschworener auf Außenstehende wirken als zuvor, mehr „Insider“ haben als sowieso schon und noch viel mehr eine Gruppe geworden sind, die zusammen steht, der Miteinander wichtig ist und die füreinander da ist, komme was wolle. Uns hat die Zeit im Schwarzwald deutlich gemacht, wie gut wir als Gruppe funktionieren und harmonieren, dass jeder hier seinen Platz findet, egal wie unterschiedlich wir sind und es völlig in Ordnung ist, dem inneren Kind beim Rodeln freien Lauf zu lassen.