Kunschd. Exstase. Techno. zweipunktnull

Am Samstag, den 23.11.2019, schmissen die Hausbewohner der Hütte in zweiter Runde die Vernissage-Party „Kunschd. Exstase. Techno. zweipunktnull“. Neben Kunst unterschiedlichster Richtungen und Techniken gab es auch Gutes auf die Ohren: Die DJs beschallten uns bis in die Morgenstunden mit feinstem Techno.

„EINLASSSTOPP!“ riefen wir bereits um 1 Uhr lauthals aus der Haustür. Die Hütte war währenddessen randvoll, mindestens 50 weitere Menschen standen bis zur Eduard-Pfeiffer- Straße Schlange und ein Taxi nach dem anderen setzte seine Fahrgäste ab. Viel zu voll, entschieden wir.

Plakate im Galao, Café Faust, Galerie Kernweine

Alles begann einige Wochen vor der Veranstaltung. „Damit die Hütte einigermaßen voll wird, müssen wir diesmal Werbung machen.“ Also wurde kurzerhand ein Facebook Event erstellt, Johannes (kreative Ader) erstellte die Plakate und kurz danach hingen sie überall verteilt in den Bars, Clubs und Cafés unserer Wahl. Gespannt beobachteten wir die Entwicklung der Interessiertenanzahl auf Facebook, die immer weiter nach oben kletterte: 200, 500, 800 und schließlich 1.200. Zugegebenermaßen hatten wir nicht mit einer vierstelligen Zahl gerechnet, dementsprechend hoch war dann die Vorfreude. Unserer gut durchdachten Planung und Organisation geschuldet, hatte die Nervosität aber keine Chance: Fluchtwege wurden klar markiert, bestimmte Teile des Hauses komplett abgesperrt und der Einlass war die ganze Nacht lang besetzt.

„Gebt ihr denn auch Führungen?“

So konnte es um 20:00 Uhr losgehen und wir warteten gespannt und etwas schwitzend auf unsere Gäste. Zu unserer Überraschung gehörten einige unserer Nachbarn zu den allerersten. An dieser Stelle ein großes Dankeschön für die tolle Nachbarschaft (vor allem in dieser Nacht)!

Bis 23:00 Uhr spielte die Musik im großen Saal. Menschen verschiedenster Herkunft und Generationen bestaunten die ausgestellten Kunstwerke und freuten sich, auch einige Künstler noch am selben Abend kennenlernen zu dürfen. Dazu zählten beispielsweise Janina Serr mit Acrylmalerei, Darius Baka mit VR-Painting und Lola Löwenherz mit Fotografie. Viele der Künstler stammen aus dem Raum Stuttgart und studieren Kunst oder üben ihre Leidenschaft nebenberuflich aus. Jede Wand des großen Saals bot eine ganz andere Art von Kunst und erzählte dem Besucher eine einzigartige Geschichte.
Zwei Highlights dürfen nicht unerwähnt bleiben: Schon etwas verdächtig stand am Ende des Raumes eine weiße, unbemalte Leinwand. Als der Saal sich füllte, fing Marko an, mit einem Acrylmarker das leere Weiß zu füllen. Er gewann schnell die gesamte Aufmerksamkeit der Gäste und eine Menschentraube bildete sich um ihn herum. Schaute man ein Zimmer weiter, fand man eine ganz andere Performance auf. Lotte Marie ist 22-jährige Klima-Aktivistin und präsentierte an diesem Abend zwei ihrer beeindruckenden Poetry Slams.

Besser als das Climax?

Langsam aber sicher verlagerte sich das Geschehen nach unten in den kleinen Saal. DJs aus ganz Deutschland legten hier mal melodischen und mal härteren Techno auf und brachten die Massen zum Tanzen. Beim Betreten des Dancefloors fiel vor allem eines auf: Farbenfrohe und wilde Formen glitten nicht nur an der Decke und den Wänden entlang, sondern auch an zehn aufeinandergestellten Röhrenfernsehern. Der Visual Artist leistete ganze Arbeit und sorgte für eine ekstatische Stimmung.

Für uns war Kunschd. Exstase. Techno. zweipunktnull ein voller Erfolg und wir hoffen, dass auch unsere Gäste es so empfanden. Zumindest tanzten sie bis 7:00 Uhr morgens, das sollte ein gutes Zeichen sein.