Schaffe, schaffe, Häusle putze

Für mich war es der erste Haustag. Etwas übermüdet stand ich fast pünktlich um 9 Uhr in der Küche: Jetzt wird geputzt! Leider hatte ich die Nachricht vom Vorabend übersehen, in der es hieß, dass wir erst um 10 Uhr beginnen würden. Nachdem ich meinen kleinen Frust abgebaut hatte, dass ich nun unnötig früh aufgestanden war, ging es auch schon los.

Die Aufgaben wurden verteilt und jede*r machte sich zügig an die Arbeit. Hannah und ich waren für die Klos und das Foyer eingeteilt – keine dankbare Aufgabe, nachdem ich gerade erst die Klos geputzt hatte, aber jemand muss es nun mal machen. Schnell fanden wir die richtige Musik zur Arbeit und fegten, wischten und schrubbten uns lauthals singend durch die Toiletten – wir kamen gut voran.

Währenddessen widmeten sich Rosaline und Felix dem Großen Saal, eine große Aufgabe. Im großen Saal muss nämlich neben den Fenstern und Möbeln vor allem der Boden gepflegt werden: saugen, wischen, versiegeln.

An der Bäderfront polierte Melina die Duschen auf Hochglanz. Wenn man hoch und runter ging, hörte man manchmal Frank Sinatra traurige Balladen singen – Melina sang aber anscheinend nur stumm mit. Als ich kurz vor der Pause schaute, wie weit sie gekommen war, war Mel gerade mit der ersten Dusche fertig. Die weißen Fugen strahlten mich an, während die andere Dusche noch trist wirkte – jetzt aber erstmal eine Pause.

Die erfrischenden Getränke auf dem Balkon halfen, uns schnell wieder zu erholen und auch die Sonne gab ihr Bestes, um unsere Energie wieder aufzutanken. Mel bestellte Pizza für die Mittagspause, somit gab es sogar einen Ansporn mit Elan weiter zu ackern.

Lucas arbeitete weiter im kleinen Saal, die Vorhänge waren schon gewaschen und die Bar auch schon sauber. Jetzt wartete nur noch das Archiv, der Boden und die Gläser. Ohne zu zögern ging es weiter. Simon und Roman waren, wie mir berichtet
wurde, nicht zum ersten Mal als Springer für Alles unterwegs, denn es sind nicht nur die großen Baustellen in einem Haus – so ordneten sie beispielsweise
den Raum der Kegelbahn neu. Die Werkstatt wurde aufgeräumt, Lampen repariert und vieles mehr. Nebenbei standen die beiden vor allem den neuen Aktiven sofort zur Hilfe bereit, was prima funktionierte. Sinan
und Michelle waren schon seit dem Morgen beschäftigt, die Küche zu bändigen und vom Kern aus sauber zu machen – zur Filmmusik von dem Disney Film „Frozen“ wischten sie schwungvoll die Schränke ab.

Während ich gerade die Fenster putzte, kam die Pizza. Helle Aufregung verbreitete sich blitzschnell in der Hütte: „Pizza ist da!“, hörte man es aus allen Ecken. Wir unterbrachen die Arbeit und genossen in der Sonne unsere Pizza und kühle Limonaden.

Nach der Mittagspause ging es weiter und die Baustellen verschwanden nach und nach: Im großen Saal musste nur noch versiegelt werden, Toiletten, Foyer und Bäder waren fertig und selbst die aufwendige Küche war fast abgeschlossen. Dann kam auch Sina von ihrer Exkursion zurück und half sofort im kleinen Saal die Scheiben zu säubern. So langsam wurde ein Schuh draus. Zum Abschluss saßen wir erschöpft auf der Treppe, während Hausmeister Herrmann (Simon) und Roman noch wuselten und Rosaline und Felix sich den letzten Metern des großen Saals widmeten.

Als alles fertig war, aßen wir die letzten Pizzareste und hoben die Gläser auf ein gelungenen Haustag – die Hütte glänzte an allen Ecken!

Johannes Karger