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G.R.Ä.B.E.L.E – Die Entstehung einer Idee

Jeder der schon einmal auf unserem geliebten Hüttehaus war, weiß die Abende und Nächte zu schätzen. Wenn die Stadt im Kessel unter einem endlich zur Ruhe zu kommen scheint, der Himmel über einem dunkel wird und selbst die laute und quirlige Aktivitas sich langsam in ihre Zimmer verkriecht. Nur noch ein Gläschen Wein, ein Bierchen auf der Terrasse und man wäre selbst bereit, sich in sein warmes Bett zu verziehen. An einigen Abenden kommt es jedoch anders.

Manch einer würde von Superkräften sprechen oder gar von einem Science-Fiction Szenario ausgehen, wenn man davon erzählt wie sich das Zeitkontinuum auf der Hütte verhält. Man sitzt nur 5 Minuten auf dem Sofa auf der Terrasse, genießt einen schönen Frühlingsabend, eingemummelt in eine Decke und lässt die vergangene Woche mit Freunden noch einmal an sich vorbeiziehen und schon ist eine Stunde vergangen. Das Vorhaben endlich einmal früh ins Bett zu gehen ist nun sowieso schon Geschichte, warum den Abend also jetzt schon beenden? 
So werden aus 5 Minuten ganz schnell mehrere Stunden in denen man sich über Gott und die Welt unterhält, seinen inneren Philosophen auspackt und über eigene Hoffnungen und Wünsche fantasiert. Dabei werden die Aufgaben und Verpflichtungen aus dem Uni-Alltag einmal beiseitegeschoben, um diesen Moment der inneren Ruhe zu genießen. Der Blick schweift umher und landet schließlich auf dem Durchgang zum Balkon: das Fenster zur Stadt. 

„Warum ist eigentlich kein Bett hier draußen?“
Eine Frage, die zunächst aus dem egoistischen Motiv der Müdigkeit entstanden ist, führte ganz schnell zu dem Gedanken an etwas Größeres. Es gab keinen wirklichen Grund, warum die Hütte so ziemlich alles hatte was sich das Studentenherz wünscht; eine Bar, einen Billardtisch, einen Projektor inklusive Leinwand, eine Tischtennisplatte…die Liste war lang, allerdings fehlte das Bett im Freien. Anstatt sich also doch endlich ins eigene Bett zu begeben, wanderte der Zeiger auf der Uhr weiter und es wurde sich über das imaginäre Bett im Freien unterhalten. Es dürfte nicht im Weg sein, damit das Hüttehaus bei Veranstaltungen weiterhin ohne Probleme auf Vordermann gebracht werden kann. Es müsste die positiven Eigenschaften der Hütte einfangen und  gleichzeitig unkompliziert sein. 

„Ein Hochbett!“
Warum nicht die beliebte Komponente aus den Zimmern der Südseite fortführen? Einfach die Reihe der Zimmer mit Hochbetten weiterführen und nach draußen verlagern. Ein neues „Zimmer 11“ erschaffen und somit auch den Blick auf die Stadt einfangen. Den Platz zwischen Terrasse und Balkon nutzen.
Während der Enthusiasmus draußen vom Schlafen abhielt, verzog sich der hauseigene Architekturstudent, erfüllt mit Tatendrang und dem Wunsch der Prokrastination. Ein Hochbett für den eigenen Gebrauch zu planen ist eindeutig spannender, als die Formeln von Baukonstruktion zu lernen. Das erste grobe Modell wurde am Computer erschaffen. Die Idee war visualisiert. 
Genau wie es schwer ist einen schönen Abend zu unterbrechen, um ins Bett zu gehen, war es schwer die bereits visualisierte Idee nun noch aufzuhalten. Jetzt musste der richtige Titel für dieses Projekt her. 

G.R.Ä.B.E.L.E.
Ein Begriff der nicht besser hätte passen können. Nach einer kurzer Erläuterung und Erweiterung der Fremdsprachenkenntnisse in Schwäbisch war der Titel klar. Nur mussten die anderen acht Aktiven noch ins Boot geholt werden. Doch um dieses Projekt zu würdigen, konnte die Idee nicht einfach am Küchentisch erzählt werden. So gab es am nächsten Morgen zwar eine Tasse Kaffee um den Schlafmangel auszugleichen, jedoch trank man diese erst einmal schweigend.

Wie die anderen eingeweiht wurden, erfahrt ihr im nächsten Post.