Flashback: Motorenbau auf der Hütte

Motorenbau 196x – nach einem Ausflug aufs Stilfser Joch hatte der Käfer von Bb Rolf Schäfer von seinen ursprünglich 30 PS ganze 10 verloren. Zeit für eine Motor-Revision in und auf der Hütte.

Wir befinden uns am Ende der wilden 60er Jahre. 1967, oder 1968 – ganz so genau wissen es auch die Beteiligten heute nicht mehr. Die damalige Aktivitas war mit diversen Alt-PKW ausgestattet und in drei Fraktionen geteilt: Käfer, Renault 4 und Citroën 2CV. An der Spitze des Leistungsspektrums die Käfer. Nominal 30 PS waren damals für eine Studenten-Karre recht ordentlich. Nach einem Ausflug aufs Stilfser Joch war jedoch schnell klar: Dem Krabbeltier von Rolf Schäfer hatte der Ausflug nicht gut getan. Einige der wertvollen PS waren am Berg geblieben.

Dass Studenten finanziell eher klamm sind galt auch schon damals. Also: Selbst Hand anlegen Motor ausbauen und gründlich überholen! Die Voraussetzung: Minimaler Werkzeugeinsatz. Maximale Kooperation zwischen Ingenieurstudenten der Elektrotechnik und des Maschinenbaus. Die Hauptakteure: Rolf Schäfer und Jürgen „Schwung“ Dirlenbach. Und wenn man schon mal dran ist gleich noch ein paar Tuningmaßnahmen vornehmen. Polieren der Ansaugkanäle. Kolbenringe erneuern. Ventile einschleifen.

Vor dem Haus wurde der Käfer aufgebockt und stabilisiert. Ein paar Reifen darunter gelegt, damit der gelöste Motor nicht auf die Straße kracht. Der Motor vom Getriebe getrennt (4 Schrauben!), bis er einfach nach unten aus dem Auto fällt. Und dann ab damit auf die Hütte Terrasse! Küchentisch raus und geschraubt!

  • Motorenbau auf der Hütte

Nach einem intensiven Nachmittag war der Motor wieder einbaufähig. Kein Teil war übrig geblieben. Also zwei weitere Bundesbrüder aktiviert. Einer legt sich unters Fahrzeug und dirigiert das „Einfädeln“ im Heck des Käfers. Und dann der große Moment: Motor läuft. Leider lässt sich das Getriebe nicht schalten, weil vergessen wurde an entscheidenden Stellen zu fetten. Ingenieure eben …! Also Motor nochmal raus – aber das kennen wir jetzt ja schon.

Herzlichen Dank an Rolf Schäfer für die historischen Bilder (ja, er ist’s wirklich auf den Fotos) und die Flashback-Erzählung!